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Bluttropfen

Was das Blut über unsere Gesundheit verrät

Foto: © koya979 - stock.adobe.com
Portratitfoto des Artikel-Autors Robert Targan
Von ROBERT TARGAN (Freier Texter, Autor & Redakteur)
5 Min.Lesezeit

Unser Blut gibt Aufschluss über eventuelle Infektionen, Entzündungen oder auch Tumorerkrankungen. Ganz unterschiedliche Werte, die durch Anfertigung eines kleinen oder großen Blutbildes bestimmt werden, bieten Hinweise auf weitere eventuell notwendige Untersuchungen. Doch die Sprache des roten Lebenssafts ist vielschichtig – ein Blick hinter die „Kulissen” verschafft Klarheit.

 

Kleines Blutbild

Mit dieser sehr häufig angeordneten Laboruntersuchung lassen sich Hinweise auf ganz unterschiedliche Infektionen und Entzündungen im Körper aufdecken. Auch verschiedene Arten von Blutarmut (Anämie) können mit dem kleinen Blutbild diagnostiziert werden. Zur Erstellung dieser Blutanalyse entnimmt der Arzt dem Patienten 3 ml EDTA-Blut; die Analyse der Proben findet in Speziallaboren statt. Das kleine Blutbild ist nicht an bestimmte Symptome gekoppelt, es zählt vielmehr zur Routinediagnostik.

 

Großes Blutbild

Auch das große Blutbild gibt Aufschluss über eine mögliche Blutarmut; zudem kann es akute oder chronische Infektionen des Körper aufdecken. Auch organische Probleme, etwa die Nieren oder die Leber betreffend, lassen sich anhand der Werte erkennen. Zum großen Blutbild zählt zudem das sogenannte Differentialblutbild. Verschiedene Typen der Leukozyten werden hier untersucht bzw. der prozentuale Anteil im Blut kontrolliert.

 

Blutplättchen

Blutplättchen (Thromozyten) stellen Zellfragmente dar, die im Knochenmark gebildet werden und in der Blutbahn zirkulieren. Zudem unterstützen sie die Blutgerinnung – jene Blutplättchen, die hier keine Verwendung finden, zirkulieren sieben bis zehn Tage, bevor sie zerstört werden. Folgende Erkrankungen können auftreten: eine essenzielle Thrombozythämie (anormale Erhöhung der Blutplättchen), eine Thrombozytopenie (Rückgang der Blutplättchen) sowie eine Blutplättchen-Dysfunktion. 

 

Rote Blutkörperchen

Die roten Blutkörperchen, auch Erythrozyten genannt, stellen den größten Anteil der Zellen im Blut dar. Ihre Hauptaufgabe: der Transport von Sauerstoff ins Gewebe. Eine Vermehrung von Erythrozyten entsteht etwa durch eine überschießende Produktion im Knochenmark, bei Sauerstoffmangel, bei verschiedenen Stoffwechselerkrankungen sowie bei Nierenerkrankungen. Eine Verminderung wiederum tritt unter anderem bei Blutverlust, Eisenmangel und chronischen Infektionen auf.

 

Weiße Blutkörperchen

Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) verteidigen den Körper gegen Infektionserreger und Schadstoffe. Ihre Anzahl beträgt im Normalfall unter 11.000 Zellen pro Mikroliter Blut. Nimmt die Anzahl der weißen Blutkörperchen zu, handelt es sich meist um eine normale körperliche Reaktion auf eine Infektion. Doch auch bestimmte Medikamente und eine Krebserkrankung des Knochenmarks (etwa eine Leukämie) sorgen für eine Zunahme der Leukozyten.

 

Blutfarbstoff

Ein zu niedriger Wert des roten roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) gibt Hinweise auf einen möglichen Eisenmangel. Das Hämoglobin verleiht den roten Blutkörperchen ihre Farbe und ist für den Sauerstofftransport von der Lunge durch die Blutgefäße verantwortlich. Im Falle eines zu niedrigen Hämoglobin-Wertes reagiert der Körper mit typischen Symptomen wie Müdigkeit, Schwäche oder auch Schwindel. 

 

Hämatokritwert

Dieser Wert gibt Aufschluss über das Verhältnis von festen zu flüssigen Bestandteilen im Blut – es lässt sich daran somit die Dickflüssigkeit des Blutes bestimmen. Je höher der Hämatokritwert, desto dickflüssiger das Blut. Die Folgen können verheerend sein: Das Risiko von Blutgerinnseln steigt an, was wiederum die Gefahr eines Schlaganfalls erhöht. Auch eine mögliche Diabetes, ein Herzinfarkt sowie weitere Herzerkrankungen sind hier zu nennen.

 

Granulozyten

Granulozyten stellen kurzlebige Zellen dar, die zu den weißen Blutkörperchen zählen. Sowohl ein erhöhter, als auch ein zu niedriger Wert können Hinweis auf bestimmte Erkrankungen sein. Es existieren drei Untergruppen: Ein erhöhter Wert der neutrophilen Granulozyten kann etwa auf eine Bakterien- oder Pilz-Infektion verweisen; ein zu niedriger Wert der eosinophilen Granulozyten hingegen auf Entzündungen oder eine Blutvergiftung. Liegt der Wert der basophilen Granulozyten im erhöhten Bereich, ist eine Leukämie nicht auszuschließen.

 

Lymphozyten

Hierbei handelt es sich um eine Untergruppe der Leukozyten. Lymphozyten wehren Fremdstoffe wie Infektionserreger ab. Somit lässt ein erhöhter Wert bakterielle oder virale Infektionen vermuten. Doch auch Krebsarten, Schilddrüsenüberfunktionen sowie Autoimmunerkrankungen sind hier zu nennen. Ein zu niedriger Wert kann ebenfalls auf eine Krebserkrankung hinweisen, Morbus Hodgkin etwa. Wichtig: Ein niedriger Lymphozyten-Wert ist auch auf die Einnahme einiger Medikamente zurückzuführen.

 

Monozyten

Monozyten stellen die größten Zellen im Blut dar. Sie wandern aus dem Blut in das Gewebe, um dort in Form von Fresszellen Bakterien, Zelltrümmer und veränderte Eiweiße aufzunehmen und zu entsorgen. Bei einem erhöhten Wert können Bakterien-, Viren- oder Parasiten-Infektionen vorliegen; auch mögliche Autoimmun- und Krebserkrankungen sind hier zu nennen. Ein alleiniger Mangel an Monozyten hingegen tritt nur selten auf, meist ist der gesamte Leukozyten-Wert niedrig.

 

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